Vergissmeinnicht

Kinder entwickeln sich in einem friedvollen, kreativen, achtsamen Umfeld zu selbstbestimmten, autonomen Persönlichkeiten. Das war ein Ergebnis meiner Forschungen. Durch „intrinsische Motivation“ – d.h. aus ihnen selbst heraus, durch Freude am Lernen und Sein, es selbst zu entscheiden, jeden Augenblick.

Lange war dies nicht möglich. Es fehlte oft an Zeit, Geduld und Möglichkeiten. Es gibt viel Literatur um das Thema Nachkriegstrauma, Kriegsenkel, Seminare für Resilienz, Affirmationen und viele landen momentan in einer teils eher abwehrenden Haltung gegenüber der Realität mit dem Spruch „Energie folgt der Aufmerksamkeit, damit möchte ich mich nicht befassen“. Augen zu und in einer scheinbar lichtvollen Blase dahin zu schweben, hilft kurzfristig dem eigenen Wohlbefinden, und zieht andere Menschen in dieses Licht – das eigentlich in ihrem Inneren zu finden ist. Erst dann, wenn man bereit ist, alle Illusionen anzuerkennen, unabhängig vom Außen standfest ist und eben nicht noch mehr Schein zu kreieren durch eine „Alles wird gut“ – Mentalität, kommt der wirkliche Wandel. Es braucht Zeit, Geduld und Reife.

Es gilt die Wahrheit unseres Kollektivs anzusehen , das sich zu lange hat einlullen, gar hypnotisieren lassen – allem voran durch soziale Medien. Wenn uns das gelingt, werden diejenigen stark hervortreten, die wirklich etwas beitragen können. Nicht für den Augenblick, sondern tiefgehend, weitreichend. Die digitale Welt, Medien im allgemeinen übertreten oft Grenzen. Erst heute habe ich ein Interview gesehen, in dem ein bekannter Familienvater über ein Fernsehformat berichtete das mit traumatisierten Kindern Profit schlagen wollte. Es gibt keinen / zu wenig Schutz Kindern oder Tieren gegenüber.

Tiere für gute Fotos an Orte zu schaffen, die gesundheitlich grenzwertig sind, wie Vulkane oder verseuchte Gebiete (darktourism) ist nicht artgerecht, kein Tier würde sich bewusst dem aussetzen. Sich mit Wildtieren ablichten lassen, das Gewehr im Anschlag, ohne Worte. In meinen 25 Jahren Fotoerfahrung inszeniere ich nicht, alles darf sein wie es ist. Doch scheint es eine Verrohung aufgrund von Selbstdarstellung, die sich durch sämtliche Formate zieht.

Ich appelliere an jeden Einzelnen in Bezug auf die Öffentlichkeitsdarstellung:

  • Keine Kinder in Szene setzen um Klicks, Likes oder Zahlen zu generieren. Sie können dies noch nicht selbst entscheiden, ob und wem sie Einblicke in ihr Leben geben wollen.
  • Nur respektvolle Fotografien von Tieren, die deren Art entsprechen, nicht vermenschlichen und ins lächerliche gezogen werden oder in deren Privatsphäre eingreifen.
  • Unterstützt dies auch nicht bei anderen durch Liken, Teilen, oder Aufmerksamkeit.
  • Regelmäßige Pause aus den sozialen Netzwerken, nicht nur 2 Stunden pro Tag wie andernorts geraten. Allein die Strahlung der Geräte übersteigt die Reparaturmechanismen des Körpers, das Verarbeiten des Gesehenen etc.

Wir brauchen sinnvolle Lösungen, Entwicklungen, Erneuerungen, was sich nicht in einer online Plattform findet sondern in einem gerechten, aufmerksamen, starken persönlichen Umfeld, in dem man sich zutraut seiner eigenen Autorität zu vertrauen, intuitiv die richtigen Entscheidungen trifft, hin- statt wegsieht und weit blickt. Es ist lös- und machbar, mit Mut, Toleranz, Vertrauen und Glauben.

Jeder kann etwas beitragen, durch Gehen des eigenen Weges, Gebete, in der Wirklichkeit leben und wachsam sein. Natürlich ist es nicht einfach, raus aus dem roten Faden einer vernebelten Sichtweise zu steuern, doch gilt es das Ruder in die Hand nehmen und jeder Schritt bringt näher zu einer neuen Welt ohne Ablenkung, Abhängigkeit. Steuerung und Schwermut. Sondern mit Selbstverwirklichung, Bewusstseinssprüngen und neuen Fähigkeiten.

Heute ist wieder Martha Tag, der Dienstag, Zeit für das Martha – Gebet, für sich und die Welt –> Hier zu finden.

Wenn der Tau wie Tränen auf den Blüten glitzert
und Erinnerungen sich anfühlen
als wären sie aus einem anderen Gestern.

Wenn der Gesang der Vögel die Seele enthüllt
und Versprechungen hervorkommen
als ob die Welt sich verkehrt herum dreht.

Dann ist das Licht der Weltenmeere
und der Gesang tausender Himmelszungen nicht mehr fern.
Als ob der neue Tag anbreche
und der Morgenstern aufgehe
in Eurem Herzen.

©Dr. Christine Geier
www.christinegeier.com

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